Was für eine Woche. Über sieben Tage am Stück mit Temperaturen bis zu 38 Grad, das war auch für unsere Mauersegler eine echte Belastungsprobe. Aber heute schauen wir bewusst nach vorne und erzählen von den Helden dieser Hitzewelle, denn davon gab es einige.
Die Familien in unseren Kästen
Fangen wir mit den Wichtigsten an: unseren Mauersegler Familien selbst. Hitze ist für Nestlinge eine echte Gefahr, gerade in Kästen unter dem Dach, wo sich die Luft staut. Und trotzdem haben es unsere Küken geschafft. Tag für Tag, Nacht für Nacht haben sie durchgehalten, während draußen die Luft flimmerte. Ein kleines Wunder an Zähigkeit, das man leicht übersieht, wenn man nicht jeden Tag mit der Kamera draufschaut wie wir.
Wir haben an Kasten 15 tatsächlich eine kleine Lüftungsanlage gebaut, die automatisch bei Kastentemperatur über 35°C einschaltet. Man muss aber vorsichtig sein, denn Zugluft ist nicht gut für die Tiere.
Menschen, die nicht einfach weitergehen
Bei Hitze springen manche Jungvögel zu früh aus dem Nest oder fallen heraus, völlig erschöpft und hilflos auf dem Boden liegend. Genau in diesen Tagen haben uns wieder mehrere Menschen geschrieben, die solche Hitzespringer gefunden haben. Und die nicht einfach weitergegangen sind. Stattdessen haben sie sich die Mühe gemacht, den Vogel aufzuheben, zu recherchieren, herum zu telefonieren um eine geeignete Pflegestelle zu finden. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Es kostet Zeit, Überwindung und manchmal auch Nerven, sich um ein wildes Tier zu kümmern. Danke Johanna, danke Isabel, auch für die Spende, danke Annemarie, danke Bettina und danke an alle anderen, die in dieser Woche um die Tiere gekümmert haben.

Die Pflegestellen, die an ihre Grenzen gehen
Was diese Tage besonders deutlich gemacht hat, Mauerseglerpflege ist nicht so einfach. Und es gab sehr viele Fundtiere. Wir haben von Pflegerinnen und Pflegern gehört, die in dieser Hitzewelle gleichzeitig bis zu zwanzig Mauersegler in allen Altersklassen versorgen. Zwanzig Schnäbel, die alle gefüttert werden wollen, mehrmals täglich, mit geeigneten Insekten, die selbst erst beschafft werden müssen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierheims Stuttgart tragen einen Großteil dieser Last. Ohne dieses Engagement, oft ehrenamtlich oder weit über die eigentliche Arbeitszeit hinaus, hätten viele dieser Jungsegler keine Chance.
Und unser ganz persönlicher Held
Wer unseren Blog verfolgt, kennt ihn schon: den Papa Vogel aus Kasten 1, der seit einiger Zeit ohne seine Partnerin dasteht und seine beiden Küken allein versorgen muss. Mitten in dieser Hitzewelle. Allein.
Und er schafft es. Beide Küken sind wohlauf, werden regelmäßig gefüttert und entwickeln sich augenscheinlich gut. Ein einzelner Altvogel, der bei sengender Hitze die Versorgung von zwei hungrigen Küken komplett allein stemmt, das ist eine Leistung, vor der wir nur den Hut ziehen können. Vielleicht ist er gerade der größte Held dieser Geschichte.
Diese Woche hat uns wieder gezeigt, wie zäh diese kleinen Vögel sind, aber auch, wie viele Menschen bereit sind, sich für sie einzusetzen. Danke an alle, die mitgeholfen, mitgefiebert und mitgebangt haben. Die Mauersegler und wir sind euch dankbar.

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